31. August 2009   |   Abgelegt in Henrik Eberle   |   Keine Kommentare »   |   


Die Freimaurer: Eine uralte Bruderschaft?

Von Henrik Eberle

Alles scheint auf das Thema Freimaurerei hinauszulaufen. Worauf aber gründet sich ihr bis heute andauernder Mythos? Die Freimaurer glaubten an ein uraltes Wissen, das Gott an seinen ersten Menschen – Adam – und dieser an Eingeweihte weitergab. Adam war, so behaupteten es Freimaurer im 18. Jahrhundert, der erste Logenmeister. Und auch nach ihm soll es Wissende gegeben haben, Noahs Sohn zum Beispiel. Ohne ihn wäre das Wissen des Großen Allgemeinen Baumeisters aller Welten, ein Stück vom Wissen Gottes also, in der Sintflut buchstäblich untergegangen.

Wie das Wissen später dennoch verloren ging, verrät die Legende von Hiram Abif, dem Hofarchitekten des Königs Salomo. Ihr zufolge ist ein Streit beim Bau des Tempels in Jerusalem (ungefähr zu datieren auf 988 v. Chr.) die Ursache allen Übels. Drei Gesellen verlangten von Hiram, vorzeitig den Grad eines Meisters zu erhalten. Doch Hiram verschwieg ihnen das Meisterwort und die heiligen Erkennungszeichen, weshalb ihn die Gesellen töteten und an einem abgelegenen Ort vergruben. Salomo ließ die Leiche suchen und in der Loge (der Bauhütte) am Tempel bestatten. Dann rächte er den Baumeister und setzte selbst den Schlussstein seines Baus. Seither suchen die Maurer nach dem „Meisterwort“, für dessen Geheimhaltung sich ihr Meister aufopferte.

Aufgekommen ist die Erzählung in England – vor allem bei den oft freiberuflich tätigen Baumeistern der großen Kathedralen. Sie verbreitete sich als Mysterium und als politisch aufgeladene Story, denn man lebte in unruhigen Zeiten. Die Legende wurde umgeformt, geknetet und gedeutet. Und sie wirkte konstituierend auf eine Bewegung, die schließlich im 18. Jahrhundert feste Formen und Rituale annahm: die freien Maurer, die Freimaurer. Die meisten von ihnen sehen sich als suchende Schüler, andere aber als wissende Erben des Meisters.

Mit den Kolonisten erreichte diese Bewegung Nordamerika. Und schon am 31. Mai 1801 wurde dem Alten und Angenommenen Schottischen Ritus der Freimaurer die Eigenständigkeit zugesprochen, inklusive einer eigenen Gerichtsbarkeit und einer autonomen Führung durch einen Souveränen Großkommandeur. Als besonderer Mann auf diesem Posten sollte sich Jahre später Albert Pike (1809–1891) erweisen – eine überaus dubiose Figur von erstaunlicher Belesenheit und überragenden organisatorischen Fähigkeiten.

Welche Rolle hat Dan Brown ihm in seinem neuen Thriller zugedacht?

25. August 2009   |   Abgelegt in Henrik Eberle   |   Keine Kommentare »   |   


Der Grundstein für die „Neue Weltordnung“

Von Henrik Eberle

Neben der 33 und dem Dreieck zeigt der amerikanische Buchumschlag auch das Capitol. Was es mit ihm auf sich hat? Ganz einfach: Ein neuer Staat braucht eine neue Hauptstadt, das stand für die amerikanischen Gründungsväter fest. Es galt, die Residenz des Präsidenten (das heutige Weiße Haus) und das Parlamentsgebäude, den Sitz des Kongresses, hervorzuheben. Der Rest der Stadt sollte Weisheit, Schönheit und Stärke ausstrahlen. George Washington, erster Präsident der USA und überzeugter Freimaurer, beauftragte daher einen Freund und Bundesbruder mit der Planung der neuen Stadt: Pierre Charles L’Enfant, einen französischen Künstler und Architekten, der im amerikanischen Revolutionsheer gekämpft hatte. Den Grundstein des Capitols legte Washington am 18. September 1793 höchstpersönlich – im Schurz der Freimaurer.

Entsprechend finden sich im Stadtplan zahlreiche freimaurerische Symbole. Kritiker entdeckten gar einen „satanischen“ Plan. Ihr „Beweis“: das auf der Spitze stehende Pentagramm. Und tatsächlich bilden die vom Capitol ausgehenden Straßen die Schenkel eines Zirkels; ein rechter Winkel verbindet Weißes Haus und Capitol. Starke Indizien, wie es scheint. Doch wie immer bei Verschwörungstheorien knirscht die Konstruktion in den Details: Das Pentagramm beispielsweise ist eine Idee Thomas Jeffersons, der nicht etwa Freimaurer war, sondern sich von der deutschen Fürstenresidenz Karlsruhe und dem französischen Versailles inspirieren ließ. Auch dort führen die Straßen strahlenförmig zur Residenz; die Verbindungsstraßen bilden Dreiecke. Zudem blieb das Pentagramm in Washington unvollendet, wie sich über Google Earth unschwer erkennen lässt. Und das Capitol, Mittelpunkt der neuen Hauptstadt, wurde nicht nach den ursprünglichen Planungen fertig gebaut.

L’Enfant wurde nämlich schon nach wenigen Wochen entlassen, weil er gigantische Geldsummen verschleuderte, ohne zu einem Ergebnis gekommen zu sein. Das Parlament vergab seinen Job schließlich an einen Landvermesser namens Andrew Ellicott. Der jedoch konnte auf keinerlei Baupläne zurückgreifen, da sich L’Enfant geweigert hatte, Zeichnungen anzufertigen. Er habe den Entwurf im Kopf, hatte er den Kongress wissen lassen. Jahre später verwüsteten dann die Engländer die neue Hauptstadt, und wieder musste neu begonnen werden. Der von Washington gelegte Grundstein geriet in Vergessenheit.

Was für eine Bedeutung hat er für Dan Browns neuen Roman?

20. August 2009   |   Abgelegt in Henrik Eberle   |   Keine Kommentare »   |   


Das Dreieck, 33 und der Schottische Ritus

Von Henrik Eberle

Zu den wenigen Dingen, die der amerikanische Buchverlag vorab freigibt, gehört der Buchumschlag. Er zeigt das Capitol in Washington und ein rätselhaftes Siegel, auf dem ein Doppeladler mit Krone prangt, in seinen Klauen ein Banner. Doch die Devise ist nicht zu entschlüsseln, die Vergrößerung produziert einen nicht lesbaren Pixelhaufen.

Das Cover gibt uns dennoch einen wichtigen Hinweis. Wo sich in der klassischen europäischen Heraldik ein Herzschild befindet, steht ein Dreieck, in ihm die Zahl 33. Und dieses Dreieck verweist eindeutig auf die in den USA weit verbreitete Freimaurerei. Es symbolisiert den großen Baumeister, den Allmächtigen. Denn Gott ist dreifaltig, ist Vater, Sohn und Heiliger Geist. Und gottesfürchtig waren die Gründungsväter der USA durchaus: Sie appellierten bei der Unabhängigkeitserklärung 1776 an ihren Schöpfer und hielten es „für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden“. Gleichheit aber ist ein freimaurerisches Ideal. Organisiert in den sogenannten Logen suchten die Brüder nach Weisheit, Stärke und Schönheit – und das unabhängig von Stand und Geburt. So trafen sich in den Tempeln Fürsten und einfache Bürger, Christen und Juden, Schwarze und Weiße. Wer sucht, wird das Dreieck an der östlichen Wand eines jeden Freimaurertempels finden.

Und die 33? Die 33 ist eine selten benutzte symbolische Zahl, wie der umfassend gebildete Professor Langdon im Roman sehr schnell bemerken wird. Der 33. Grad der Weisheit ist der höchste, den ein Freimaurer nach Schottischem Ritus erreichen kann. Wer diesen Grad erreicht hat, ist in der Lage, den wahren Tempel
Salomos wiederzufinden, er kennt angeblich das Geheimnis vom „verlorenen Wort“.

Übrigens: Der Doppeladler weist in dieselbe Richtung. Die Gestalter des Covers benutzten den Adler in der Form, wie ihn der Souveräne General-Großinspekteur des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus heute noch trägt. Wohin also führt uns Dan Brown? In das Zeitalter der Aufklärung und der Freimaurerei oder in die Jahre des amerikanischen Bürgerkriegs?

20. August 2009   |   Abgelegt in Henrik Eberle   |   Keine Kommentare »   |   


Henrik Eberle

Henrik Eberle, geb. 1970, studierte ziellos Kirchen- und Kunstgeschichte sowie Betriebswirtschaft und Philosophie, um sich dann doch der Zeitgeschichte zu widmen. Seine fundierten Kenntnisse der neueren deutschen Geschichte kommen nicht nur den Studenten der Universität Halle zugute, sondern mündeten u. a. in die Veröffentlichungen DAS BUCH HITLER (zusammen mit Mathias Uhl), BRIEFE AN HITLER und WAR HITLER KRANK? (zusammen mit Prof. Dr. Hans-Joachim Neumann, erscheint im Oktober).

Mehr über die geheimnisvollen Studien von Robert Langdon, seinen neusten Fall sowie sämtliche Daten, Fakten und Hintergründe zum VERLORENEN SYMBOL in Kürze!

18. August 2009   |   Abgelegt in Der neue Roman   |   Keine Kommentare »   |   


Worum geht es im neuen Roman?

Weltweit warten Millionen Leser sehnsüchtig auf den neuen Roman von Dan Brown. Worum es in DAS VERLORENE SYMBOL geht? Keiner weiß es. Denn Autor und amerikanischer Verlag verraten das Thema des neuen Thrillers nicht einmal uns. Auch wir sind also auf Spekulationen angewiesen. Was für ein Glück, dass unser Autor Henrik Eberle nicht nur ein versierter Historiker, sondern auch begeisterter Dan-Brown-Fan ist und die vereinzelten Hinweise aus Amerika zu deuten weiß!

Ab sofort wird er hier in diesem Blog regelmäßig seine neusten Theorien veröffentlichen!

18. August 2009   |   Abgelegt in Der neue Roman   |   Keine Kommentare »   |   


Am 14. Oktober 2009 erscheint der neue Dan Brown!

Die deutsche Übersetzung des langerwarteten neuen Romans von Dan Brown erscheint nunmehr definitiv am Mittwoch, 14. Oktober 2009, unter dem Titel „Das verlorene Symbol“ bei Lübbe. Der Verkaufspreis des ca. 760 Seiten starken Thrillers liegt bei 26,- Euro. Über den Inhalt schweigt sich der Autor weiter aus. Indizien weisen darauf hin, dass der Ort der Handlung das Capitol in Washington sein könnte und die Freimaurer im Mittelpunkt stehen. Rätselhaft auch die Bedeutung der Ziffer 33, die sowohl auf dem amerikanischen Originalcover als auch auf dem Cover der deutschen Übersetzung eingedruckt auf einem Siegel auftaucht.
Erscheinungstermin der amerikanischen Ausgabe ist der 15. September 2009. Erst zu diesem Zeitpunkt erhalten die insgesamt 46 lizenznehmenden Länder das Original-Manuskript. Um die deutsche Übersetzung termingerecht zum Start der Frankfurter Buchmesse auf den Markt zu bringen, werden im Verlagshaus Lübbe zeitgleich sechs Übersetzer die rund 600 Seiten des Original-Manuskriptes übersetzen; parallel wird lektoriert. Die Startauflage von 800.000 Exemplaren wird parallel auf mehrere Druckereien verteilt; in einem logistischen Kraftakt erfolgt dann punktgenau die Auslieferung zum 14. 10.2009.
Zahlreiche Buchhandlungen planen einen Erstverkauf mit besonderen Öffnungszeiten um Punkt 0:00 Uhr; der Lübbe Verlag wird den Eröffnungstag der Frankfurter Buchmesse nutzen, das Buch öffentlichkeitswirksam den seit Jahren wartenden Fans und Lesern zu präsentieren.

Zeitgleich zum Buch erscheint die gekürzte Hörbuch-Fassung, gelesen von Wolfgang Pampel, ebenfalls zum Preis von 26,- Euro bei Lübbe Audio.

Während im Lübbe Verlag alles vorbereitet wird, um die Marathon-Übersetzung binnen zehn Tagen qualitativ hochwertig über die Bühne zu bringen, sitzen die ersten Dechiffrierspezialisten an der Aufgabe, das geheimnisvolle Siegel zu entschlüsseln, das das Buchcover ziert, um so Rückschlüsse auf die mögliche Handlung des fünften Romans von Dan Brown zu ziehen, in dessen Mittelpunkt – dem Hörensagen nach– wiederum der Professor für religiöse Symbologie in Harvard, Robert Langdon, steht.